Logistik in der Konsumgüterindustrie: Projektteam untersucht die effizientere Belieferung von Tchibo-Partnerdepots hinsichtlich Zeitersparnis und Abverkaufschancen

Die als Kaffeeröster und -händler bekannt gewordene Tchibo GmbH kooperiert im Fachhandel mittlerweile mit zahlreichen selbstständigen Einzelhändlern aus den unterschiedlichsten Branchen, zum Beispiel Supermarktketten, Bäckereien und Drogerien, um ihren Kunden auf der Grundlage eines immensen und straff durchorganisierten Logistiksystems in den landesweit stark verbreiteten Repräsentanzen seinen Kunden bekanntermaßen „jede Woche eine neue Welt“bieten zu können. Dies beschränkt sich schon längst nicht mehr nur auf dieStandard-Kaffeesorten, sondern gilt auch für Dienstleistungen, Gebrauchsgüter undfrisch zubereitete Kaffeespezialitäten.

Die Sortimente werden dabei in speziellen Regalsystemen, den Depots, ausgestellt, welche Tchibo den Einzelhändlern zur Verfügung stellt. Einmal pro Woche wird dann das gesamte Produktangebot erneuert, wobei die Bestückung mit Hilfe vonnicht geordneten Mehrwegbehältern erfolgt, deren Inhalt auch nicht zwangsläufig sortiert sein muss.

Auf Anregung der Tchibo GmbH mit Sitz in Hamburg sollte sich ein über delta e.V. vermitteltes Projektteam, bestehend aus Bernhard Schwarz (Projektleitung), Florian Ehrlich und Andreas Sauer (Projektmitglieder), in einem Testzeitraum mit eben jener Anlieferung von Non-Food-Artikeln auseinandersetzen und prüfen, ob die Auslieferung der Waren sortiert und in durchnummerierten Rollis in Reihenfolge des Regallayouts Einsparungen hinsichtlich des zeitlichen Bestückungsaufwandes und größere Abverkaufschancen mit sich bringen würde.

Zusammengefasst war also die Aufgabe die wöchentliche Begleitung der Regalbestückung mit Zeitmessung in drei verschiedenen Depots im Großraum Stuttgart, die Dokumentation der Ergebnisse und die Auswertung derselben nachdem Ende des Tests.

Hierzu wurden in der ersten Phase die zu erhebenden Kennzahlen anhand von Daten einiger Vergleichsgruppen festgelegt und mit dem Auftraggeber abgestimmt.Für die durchzuführende Datenerhebung wurde eine passende Struktur zur Dateneingabe entworfen und kurze Feedbackgespräche mit den Mitarbeitern vorbereitet, die später weitere Vor- und Nachteile des geänderten Bestückungsprozesses ergeben und die Einbindung der beteiligten Mitarbeiterverstärken sollten.

In der zweiten Phase begleitete das Team dann die Tchibo-Partner über einenZeitraum von zehn Wochen bei der wöchentlichen Regalbestückung mit Hilfe derneuen Rollcontainer, welche genau in jener Systematik bestückt wurden, wie es fürdas strukturierte Regallayout vorgesehen war. Während der Begleitung erfolgte eineZeitmessung des Bestückungsprozesses sowohl einzelner Schritte als auch derGesamtdauer. Neben den Zeiten wurden dabei die Abweichungen vomvorgesehenen Layout aufgenommen sowie sonstige Probleme des Prozessesprotokolliert. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Veränderungen während des Beobachtungszeitraums gelegt, um später eine eventuell vorhandeneEingewöhnungsphase des Personals von der routinierten Bestückung der Regalezum Ende des Beobachtungszeitraums unterscheiden zu können. Auch dieProdukttypen wurden festgehalten, um Auswirkungen auf den Zeitaufwand durchAnbringung oder Deponierung im Regalsystem festzustellen und die Einflüsseunhandlicherer Produkttypen auf die Zeitwerte später herausrechnen oderzumindest erkennen zu können. Zusätzlich wurden die Füllgrade bestimmt, d.h. derAnteil an Produkten, die in das Regal gefüllt werden, an der gesamten Lieferung.Die Resultate flossen zusammen mit Fotos in eine schriftliche Dokumentation einund sowohl alle positiven als auch alle negativen Veränderungen gegenüber einernicht-systematischen Anordnung in den Containern wurden festgehalten. Zusätzlichwurde vom für die Bestückung zuständigen Personal regelmäßig Feedback zu demveränderten Prozess eingeholt. Probleme während der Umstellung wurdenaufgenommen und gegebenenfalls weitergeleitet, um eine zeitnaheProzessänderung bereits während der Tests zu ermöglichen.

Die Daten aus der Begleitung der Regalbestückung wurden vom Teamanschließend in einer dritten Phase mit Hilfe des Kennzahlensystems aus der erstenPhase ausgewertet. Des Weiteren fand eine Differenzanalyse mit den erhaltenenDaten aus der Vergleichsgruppe statt. Zusätzliche Informationen aus denBeobachtungen oder den Gesprächen mit den Mitarbeitern wurden eingearbeitet.Darüber hinaus wurde untersucht, in wie weit sich die Zeiten während desBeobachtungszeitraums änderten und welche Einarbeitungszeiten sichgegebenenfalls hieraus ergaben. Auf der Basis der gewonnenen Daten und dergegebenen Vergleichsgruppe wurde der geänderte Bestückungsprozess bewertetund eine Empfehlung bezüglich einer Einführung der systematischen Bestückungvon Rollcontainern für Partnerdepots abgegeben, soweit der notwendigeZusatzaufwand bei der Zusammenstellung der Rollcontainer im Lager bekannt war.

Die Analyseergebnisse wurden zum Abschluss im Hause Tchibo präsentiert unddort sehr interessiert aufgenommen. Zum Teil wurden noch in der folgendenDiskussion weitere Empfehlungen des Teams erörtert und zur Umsetzung notiert.

 

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